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:: Testreport von Michael Schmidt

AP 138

Alle Angaben beziehen sich auf ein Testfahrergewicht von 70kg und einem Fahrkönnen von „gut“ bis „sehrgut“.

Das AP Kiteboard 138 wurde in verschiedenen Bedingungen sowohl im Binnenland, auf dem Bodden und in kleinen Wellen ca. 1-1,5m an der Ostsee getestet. Die unterschiedlichen Windbedienungen forderten Kitegrößen von 9.5 bis 20qm². Das Kiteboard wurde zwischen 3 und 7 Windstärken getestet. Ein Test bei 8 Windstärken und einem 7qm² Kite konnte leider nicht durchgeführt werden.

Der folgende Testbericht stellt die Meinung des Autors dar. Es wurde versucht, eine objektive und gründliche Aussage über das Kiteboard zu finden.

Der erste Eindruck:

Auf den ersten Blick wirkt das Kiteboard hochwertig. Es war mit dem „Silverwave“-Design ausgestattet. Sowohl die dezente Oberfläche des Oberdecks, als auch die nach gebürstetem Aluminium glänzende Oberfläche des Unterwasserschiffs sorgten für großes Interesse am Ufer. Die schwarz-weißen Footpads und die schwarzen Schlaufen runden die Optik perfekt ab.

Leider besaß das von mir erhaltene Board einige kleine optische Mängel. Wobei der größte Fehler eine ca. 2cm große Beule im Oberdeck zwischen Fußschlaufe und Boardtip ist.

Das Kiteboard wurde mit großen AP Kiteboarding Finnen geliefert, die noch nicht montiert waren. Diese passen sich harmonisch dem Design an. Zwei Schrauben je Finne sorgen für einen guten Halt.

Die Finnen liegen nahezu plan am Board an. Zur Boardmitte gibt es einen kleinen Spalt, welcher erst durch Schleifen der Finnen verschwindet. Nicht so hochwertig wirken die Inserts der Finnenschrauben. Der konisch zulaufende Schraubenkopf versenkte sich teilweise unter die Metalloberschicht, teilweise jedoch blieben die Köpfe jedoch auch darüber.

Das Fahrverhalten:

Das Brett macht ab dem ersten Meter richtig Spaß. Es wird keine Eingewöhungszeit benötigt. Das Board fährt sauber, schnell und laufruhig sowohl im Flachwasser als auch in der Kabbelwelle. Es verlangt aber eine kraftvolle Fahrweise, vor allem bei höherer Geschwindigkeit. Das Fahren mit dem AP ist weder entspanntes Cruisen noch anstrengendes „Rumzicken“. Sehr gut passt wohl das Wort „sportlich“. Das Board liegt leicht am Fuß. Die Schlaufen geben einen sehr guten halt. Sowohl weite als auch enge Kurven gelingen mit ihm sehr gut. Selbst fette Haken kann man mit dem AP problemlos schlagen und damit ordentlich Spray verteilen. Besonders beeindruckend ist der Kantendruck, den das Brett verträgt. Mit keinem anderen Board war es mit bis jetzt möglich, die Kante so lange zu halten. Dadurch hat sich beispielsweise der Einsatzbereich meines 20qm² Schirmes von Ende 4 bft auf Mitte 5bft erhöht. Dadurch gelangen mir auch sofort etwas höhere Sprünge. Auch die Landungen gelingen sehr einfach. Besonders hervorheben möchte ich die Fähigkeit des Boards, sehr schnelle Landungen problemlos zu vollziehen. Es verleiht dem Fahrer ein Gefühl der Sicherheit. Mit anderen Boards bin ich da schon häufiger gestürzt.

Die Höhelaufeigenschaften sind sehr gut, sobald man genug Wind hat, um den Schirm zu stellen. Zwingt der Wind zum Sinuskurven fliegen, konnte ich mit dem AP 138 nur noch Höhe halten oder bin untergegangen.

Trotz der relative großen Finnen „catcht“ das AP niemals, weder bei langsamer noch bei rasanter Fahrt. Nicht so gut gefällt mir das AP beim switchen. Da spürt man die größeren Finnen dann doch. Man kann sich mit einer kraftvollen Beinmuskulatur oder einer kleinen Hopser behelfen. Der zweite Kritikpunkt betrifft die sehr dünnen Kanten. Sie hinterlassen bei druckvollem Kontakt mit einem Schienbein oder ähnlichen doch recht schmerzhafte blaue Flecke. Auch bei Boardoffmanöver erschweren die Kanten vor allem in Kombination mit der Konkave ein Greifen des Boardes an der Kante.

In der kleinen Ostsee Welle zählt das AP138 sicher nicht zu den Verlieren jedoch ist es auch nicht das ultimative Wavegerät. Selbstverständlich behält es die Fahreigenschaften des Flachwassers, jedoch verlangt das Board mehr Aufmerksamkeit beim Fahren. Es neigt ein wenig dazu von den Wellen gebremst bzw. festgehalten zu werden. Trotzdem benötigt man nicht zwingend ein Extrabrett für die Welle.

Abschlussbetrachtung/Fazit:

Nach nun reichlich dreimonatigen Gebrauch stimmt mich das AP 138 sehr zufrieden. Es eignet sich für mich - mit 70kg - als einziges Board sehr gut. Dabei überzeugt es vor allem mit einer super Laufruhe, sehrgutem Kantendruck und einer spritzigen Fahrweise. Allerdings fordern diese Eigenschaften auch einen konditionell stärkeren Fahrer. Es empfiehlt sich eher für Fahrer, die ein Auto mit Sportfahrwerk dem einer Familienlimosine vorziehen würden.

Leider ist das Dekor ein wenig empfindlich. So zeigen sich einige Kratzer und vor allem „Abschabungen“ (wie durch Sandpapier hervorgerufen) im Unterwasserschiff. Und das, obwohl ich nie mit dem Board auf den Strand fuhr.

Das AP 138 hat mir geholfen, meine „Kitekünste“ zu verbessern. Es ist, im Gesamtbild betrachtet, dass beste Board, das ich bis jetzt gefahren bin.