:: Testreport von Burkhard Blum
AP 125
Verarbeitung und Ausstattung:
Das AP-Board besticht durch sein einzigartiges Finish. Statt der üblichen Laminatschichten "glänzt" das Unterwasserschiff durch eine Metallschicht im Edelstahl-Edelküchen-Look. Die Verarbeitung gibt keinen Anlass zu Beanstandungen. Insbesondere fluchten die Bohrungen für die Finnen exakt. Die Verarbeitung der Kanten ist ebenfalls solide.
Die Pads sind leicht konturiert, komfortabel und griffig. Zusammen mit den sehr einfach zu verstellenden breiten und steifen Fußschlafen kann ein sehr direkter Kontakt zum Board hergestellt werden. Besonders bei Kabbelwasser und hohen Geschwindigkeiten macht sich dieser Effekt positiv bemerkbar.
Innovativ und auffällig ist die zu beiden Enden hin auslaufende die extreme Konkave im Mittelbereich des Unterwasserschiffs. Die Bodenkurve ist in der Mitte flach wird zu dem Tips progressiv runder.
Fahreigenschaften:
Leichtwind:
Kiten bei wenig Wind wird limitiert durch die Fähigkeit des Boards Höhe zu halten. Hier besticht das AP 125 durch für seine Größe sehr gute Amwindeigenschaften. Kurz nach Überschreiten der Gleitschwelle kann die Höhe gehalten werden. Im Vergleich zu vielen anderen Boards der 110-135er Klasse, vermag das AP 125 den Windbereich eines Kites nach unten zu erweitern. Durch die hohe Endgeschwindigkeit kann zusätzlicher relativer (Fahrt-) Wind genutzt werden, so dass auch bei wenig Wind schon relativ viel Airtime genossen werden kann.
Mittelwind:
Bei 5-6 Bft. entfaltet das AP 125 seine ganze Stärke. Zunächst fällt das hohe Geschwindigkeitspotential auf. Die scharfe Kante schneidet sauber durch Kabbelwellen. Das Board lässt sich trotz der überdurchschnittlichen Geschwindigkeit mühelos kontrollieren und verschneidet nicht. Dank der Kombination aus starker Konkave und moderater Bodenkurve lässt hervorragen Katendruck aufbauen um die Lines aufzuladen. Das Board fordert zu hohen und weiten Sprüngen heraus. Die Kombination aus überdurchschnittlichem Kantengriff und hoher Geschwindigkeit ist das Rezept für Big Airs. Keins der mir bekannten Boards geht derart hoch hinaus. Der gute Kantengriff verlangt andererseits etwas mehr Einsatz, um das Board in den Switch zur drehen. Wer den Skatesyle bevorzugt, sollte kleiner Finnen benutzen oder ein Board ohne Konkave probieren. Die meisten Kiter werden jedoch diesen Nachteil in Kauf nehmen, da die Vorteile zumindest aus meiner Sicht bei Weitem überwiegen.
Starkwind:
6 und mehr Bft. Mit ein wenig Übung lassen sich Böhen gut über die Kante ausbremsen. Dank der progressiven Bodenkurve und lässt sich das AP 125 auch im Grenzbereich noch gut kontrollieren. Auch im oberen Windbereicht kommt dem Kiter der hervorragende Kantengriff entgegen. Die Höhe der Sprünge wird nur noch durch den Kite und das Können des Piloten limitiert. Das Board fährt sich bei viel Wind sehr schnell direkt und ist eher mit einem straffen Sportfahrwerk als mit einer schwammigen Amischaukel zu vergleichen.
Fazit:
Wer Einsatzbereich, Geschwindigkeit und die Lufthoheit will, wird das AP 125 lieben und leichte Abstriche beim "Switchen" in Kauf nehmen. Trotz des Kantengriffs ist das Board sehr lebendig und drehfreudig.
Bisher galt: Boards mit flacher Bodenkurve sind schnell und laufen gut Höhe, kommen bei viel Wind an Ihre Grenzen und drehen schlechter. Boards mit runder Bodenkurve sind bei viel Wind leicht kontrollierbar und sehr drehfreudig, haben aber Schwächen beim Kantengriff und beim Angleiten.
Die progressive Bodenkurve zusammen mit der Konkave des AP 125 verbinden die Stärken beider Konzepte. Diese Design ist eine echte Innovation und wird sich durchsetzen.
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